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Hallo zu Hause!

Ich war am Samstag wirklich Mountainbiken! War aber nicht so sehr anstrengend, da noch ein paar Amerikaner dabei waren, die nicht soo fit waren. Hat sehr viel Spaß gemacht und es war toll, mal wieder frische Luft, ohne Smog, zu atmen und viel atemberaubende Natur um einen herum zu sehen.

Abends sind wir dann auf eine coole Party gegangen mit heißer Musik =) anschließend in eine Disco und super spät ins Bett. Deswegen ist der Sonntag dann auch ziemlich chillig verlaufen. Nur nach dem Abendessen sind meine Gastmutter, Patrick und ich spontan auf ein kleines Konzert gleich um die Ecke auf einem kleinen Platz gegangen. Es war richtig sympathisch und in dem Moment habe ich gewusst, hier fühle ich mich wohl, das ist das richtige! =)

Montag war ein richtiger Powertag. Wir sind morgens mit Pablo, unserem Betreuer von Experiment, im Auto nach Villa Alemana gefahren, wo wir Lauras zukünftige Gastfamilie und ihr Projekt kennengelernt haben. Aber wir haben nicht die normale Autobahn genommen, sondern sind auf "la dormida" - der Verschlafenen - gefahren. War wunderschön. Mittagessen gabs in einem kleinen Restaurant, das richtig billig war (5 Euro für ein ganzes Menü und was zu trinken) und unglaublich köstlich. anschließend gings weiter nach Valparaiso und Vina des Mar. Ich habe zum ersten Mal in Chile Meer gesehen =) Dann haben wir noch eine Freundin von Pablo besucht, die eine total ausgeflippte kleine Tochter hat. War super lustig. Ich hab selten so ein lustiges Kind gesehen. Nachdem wir wieder in Santiago waren, sind wir noch in eine Bar mit Patrick und irgendwelchen Leuten, die er aus StudiVZ kennt, war aber bisschen langweilig und ich bin schon früh heim und in mein Bett gefallen...

Gestern dann ganz normal Sprachschule und sonst nichts besonderes. Jetzt regnets gerade und in einer Stunde müssen wir wieder im Sprachkurs sein. Ich denke, heute ist Museum-Wetter. Morgen fahren Laura und ich nach La Serena im Norden von Chile - ans Meer.... Berichte davon gibts am Montag!

Liebe Grüße an alle!

Lisa

3.9.08 17:42


El fin de semana...

Das Wochenende ist vorbei und wie versprochen wird ausfuehrlich berichtet!

Am Donnerstag Nachmittag sind wir mim Bus 6 Stunden nach Coquimbo, gleich neben La Serena, gefahren. Die Busfahrt war super entspannend, da man da richtig viel Platz hat, auserdem war die Landschaft schoen anzuschauen, da die Strasse fast durchgehend direkt am Pazifik entlang fuehrt. In Coquimbo wurden wir von Peter, wo wir auch gewohnt haben, David, NIls und Hannes abgeholt. Die erste 3 kannten wir ja aus Santiago, Hannes haben wir erst dort kennengelernt, da er schon ein Jahr in Coquimbo ist. Abends sind wir  gleich mit 2 weiteren Chilenen in eine Bar und eine Disco gegangen. War nett, nur leider kann ich kein Reaggeton mehr hoeren. Das wird hier in jeder Disco gespielt und kann einem mit der Zeit auf die Nerven gehen =)

Freitag morgen sind wir mit David und Peter in ihr Projekt gegangen. Die beiden arbeiten in einem Comedor - einer Suppenkueche -, wo Rentner, die max. die Minimalrente erhalten, Mittagessen koennen. Die beiden Jungs kochen dort mit einer Frau zusammen fuer ungefaehr 15 Personen. Es ist schon bemerkenswert, wie schnell sie sich an ihre neue Aufgabe gewoehnt haben. Es ist hart, jeden Tag zu sehen, wie arm viele Menschen sind und wie wichtig ein Mittagessen sein kann. Nachmittags haben Laura und ich uns Coquimbo angeschaut, wobei diese STadt nicht so schoen ist. Abends sind wir dann wieder zur Arbeit der Jungs gegangen. Abends muessen sie in einer Hospideria arbeiten. Dort koennen Obdachlose abends zum Essen kommen, sich Waschen, ein paar koennen auch dort schlafen. Hier muessen die Jungs nicht kochen, sondern nur Essen verteilen, mit den Obdachlosen, die eigentlich alle betrunken oder bekifft sind, reden usw. Laura und ich haben auch geholfen, essen zu verteilen und man hat gemerkt, wie sehr sich die Obdachlosen darueber gefreut haben. Natuerlich kam auch der eine oder andere dumme Witz, aber es hat mich sehr beruehrt, wie freundlich, wie offen und witzig diese Maenner sind, obwohl sie auf der Strase leben, nichts zu essen haben und teilweise auch noch krank sind. Was mich schockiert hat war, dass auch schon junge Leute auf die Hospideria angewiesen sind. Wir haben uns z.B. mit einem 18jaehrigen unterhalten, von dem Hannes, der schon ein Jahr hier arbeitet, erzaehlt hat, dass er zwar als Putzer in einer Disco arbeitet, dort aber so wenig verdient, dass er sich  prostituiert. Wenn man zu der ganzen Geschichte dann ein freundliches Gesicht zuordnen kann, trifft einen das noch staerker.  Oder ein anderer Obdachloser, der von einem Taxi ueberfahren wurde, dann aber aus dem Krankenwagen geworfen wurde, weil die einen anderen Einsatz hatten. Schon schlimm. Freitag abend waren dann auch alle sehr muede, so dass wir nur eine Kleinigkeit essen gegangen sind und dann schon ins Bett sind.

Dafuer konnten wir am Samstag relativ frueh aufstehen (11 uhr =) ), um nach La Serena zu fahren. Dort sind wir erst ein bisschen herumgelaufen, bis wir uns auf den Weg zum Leuchtturm gemacht haben. Nach 20 min kamen wir dort auch an und konnten den kilometerlangen, menschenleeren (weil Winter) Sandstrand geniessen. Dazu hatten wir strahlenden Sonnenschein und leckere  Kekse =) Nach laengerer Zeit sind wir zurueck ins Zentrum gelaufen und dann auch bald zurueck nach Coquimbo. Und jetzt kommt der unschoene Teil des Tages: wir sind ins i-net-cafe gegangen. Da Peter etwas laenger gebraucht hat, haben Laura und ich uns auf einem kleinen Platz auf eine Bank gesetzt und die wunderschoenen Fotos angeschaut, die wir am Strand gemacht haben. Ploetlich greift eine Hand von hinten zwischen uns durch, schnappt den Foto und rennt weg. Laura und ich konnten gar nicht so schnell schalten, haben gedacht, es waere Peter ("haha, lustig", bis wir es realisiert hatten. Dann sind wir dem Typ schreiend hinterher gerannt, tausend Leute standen herum und haben nichts gemacht, der Typ ist in irgendwelche Seitengassen, bis wir ihn nicht mehr gesehen haben. Wir sind dann zurueck ins i-net-cafe, haben peter geholt, sind zur Polizei, weil Peters Gastmutter gemeint hat, manchmal tauchen gestohlene Sachen wieder auf, aber die Chance ist eigentlich gleich null. Daraufhin war ich erstmal ziemlich fertig und hatte genug von allem. Wir waren dann erstmal zu Hause, bis wir um 11 dann doch noch weg sind. Und zwar in eine Bar und eine Disco direkt am Meer. Im Sommer muss dort der Teufel los sein, jetzt aber wars in der Bar recht gechillt. Was lustig war, war, dass Laura den Eintrittspreis in die Disco, der eigentlich 4 000 Pesos pro Person war, auf 10 000 Pesos fuer 8 Personen herunterhandeln konnte =) In der Disco kam dann auch nicht nur Reaggeton, sondern auch richtig gute Musik, wodurch der Tag wieder ein bisschen gerettet wurde...

Sonntags sind wir nach dem Aufstehen zu dem Cruz hochgelaufen, einem ueberdimensional grossem Kreuz, das unglaublich haesslich ist und das ganze Stadtbild zerstoert. Das gute daran ist einzig, dass man mim Fahrstuhl hochfahren kann und dann eine geniale Aussicht uber die Bucht von La Serena und Coquimbo hat, mit den Bergen im Hintergrund und dem endlosen Pazifik... Anschliessend sind wir ueber den Fischmarkt geschlendert und zum MIttagessen haben wir ein "sandwich de pescado" a la chilena gegessen, ein Fischbroettchen mit Fisch, der direkt aus dem Meer aufs Broetchen huepft, Tomaten und Zwiebeln und das fuer weniger als umgerechnet einen Euro! Zum Essen haben wir uns im Hafen ans Wasser gesetzt, vor uns hunderte von Pelikanen und ein Seehund hat mal kurz aus dem Wasser geschaut... Wunderbar =) Danach hiess es auch schon wieder Ciao-Sagen von den Jungs, da der Bus am Nachmittag gefahren ist. Die Busfahrt war wieder super - erst im hellen tolle Landschaft, dann im Dunkeln entspannender Schlaf... Zwischendurch hab ich kurz in Deutschland angerufen und Lena zum Geburtstag gratuliert. Feliz cumpleanos, bonita =)

Jetzt muss ich gleich los, Sprachkurs wartet und danach gehts wahrscheinlich Foto kaufen... =(

Liebe Gruesse! Lisa 

 

8.9.08 17:58


Hi!

In den letzten eineinhalb Wochen ist viel passiert und ich hatte nie die Zeit und die Motivation mich mal länger an den Computer zu setzen. Aber jetzt…

 

Nachdem wir das ereignisreiche Wochenende in La Serena hinter uns gebracht hatten, stand die letzte Woche Santiago bevor. Die stand am Dienstag leider unter einem schlechten Stern, da ich – nach der tollen Geschichte mit meinem Foto – meine Kreditkarte verloren habe. Ich habe keine Ahnung wie und wo, aber sie war weg. Normalerweise bin ich ja nicht der Typ, der andauernd was verliert – dafür ist mein Bruder in unserer Familie verantwortlich ; ) – aber hier in Chile habe ich anscheinend ein bisschen Pech. Auf jeden Fall konnte ich den Tag dann nicht so sehr genießen, obwohl wir in Patronato (Patronato = ein paar Straßen voller kleiner Läden, wo man billigste Klamotten kaufen kann, natürlich auch viel Ramsch, aber durchaus auch das eine oder andere tolle Schnäppchen), zum Mittagessen auf dem Mercado Central zum Fischessen waren.

Mittwochs war dafür dann umso toller, da wir eine Führung auf Spanisch im Haus von Pablo Neruda – dem bekanntesten chilenischen Schriftsteller – gemacht haben. Das war toll, da wir bei der Führung richtig viel verstanden haben =) und weil das Haus so wunderschön ist. Das ist in einem tollen Viertel in Santiago gelegen und so toll eingerichtet, mit Fundstücken und Geschenken aus aller Welt (Neruda war nebenbei auch Botschafter in verschiedenen Ländern&hellip. Anschließend haben wir ein supersympathisches Café entdeckt, das gleichzeitig ein Bücherladen war. Dort habe ich das erste richtig leckere Sandwich in Chile gegessen (Im Sandwich-Machen sind die hier normalerweise nicht so gut, immer viel zu weiches Brot, zu wenig Gemüse und viel zu viel Mayonnaise oder ähnliches&hellip. Am späten Nachmittag hatten wir dann auch noch Sprachkurs, was wie immer sehr lustig war.

Am Donnerstag ist erst nichts Spannendes passiert. Laura und ich haben lediglich ein total schönes Viertel entdeckt mit kleinen Läden und Cafés. Doch wie ich dann nach Hause kam, wurde dort der Geburtstag von Rosillo, einer Cousine von Mailén und Seba gefeiert. Dazu gab es leckere Torte und später Rum-Cola =) Dabei haben wir festgestellt, dass wir unbedingt noch Käse-Kuchen essen gehen müssen, da das ja der beste Kuchen ist, laut Mailén.

Freitags mussten wir morgens eine kleine Präsentation im Sprachkurs halten (die wir schon 2 Tage vorbereitet hatten) und über unsere 4 Wochen in Santiago erzählen. Alle waren begeistert =) Danach sind wir Abschiedsessen gegangen in einem Ort, wo man für 2,50 Euro richtig lecker essen kann. Es sieht halt nur nicht so schön aus dort. Danach haben Laura und ich zum dritten Mal versucht in „La Moneda“, das Regierungsgebäude hereinzukommen, aber es hat wieder nicht geklappt, weil irgendwelche wichtigen Leute zu Besuch waren. Dann bin ich halt heim, wo es aber gleich im Anschluss weiter zum Käsekuchen-Essen ging. Der Käsekuchen war leider nicht zu vergleichen mit Mamis Käsekuchen, aber schon lecker. Abends stand dann die Abschiedsparty bei Lauras Tante bevor. Sie konnte es zwar nicht mit der Abschiedsparty der Jungs aufnehmen, war aber trotzdem sehr lustig. Es gab mal wieder Hot Dogs (die gibt’s hier an jeder Straßenecke und auf vielen Partys. ich kann nicht verstehen, was die an ekligen Würstchen in weichem Brot mit zu viel Mayonnaise, Ketchup und Guacamole finden!), Rum-Cola und (was mich sehr gefreut hat =) ) gaaanz viel Obst. Nach einer gewissen Zeit haben alle getanzt bzw. versucht Salsa zu tanzen. Die Party ging allerdings nur bis ungefährt 2 Uhr. Als Patrick, mein Mitbewohner, und ich nach einer nervenaufreibenden Busfahrt (die Busfahrer fahren wie verrückt&hellip um halb 4zu Hause angekommen sind, saßen Mailén, Daniela und Emilio am Küchentisch und hatten riesen Spaß. Wir haben uns dann natürlich dazu gesetzt und der Abend endete damit, dass wir Flaschendrehen mitspielen mussten, was seeehr lustig war =)

Samstags habe ich erstmal ausgeschlafen. Ich glaube, ich werde in Chile noch zur Langschläferin =) Dann habe ich mit Seba einen neuen Foto gekauft. Es hat mir im Herz wehgetan dadurch die letzte Hoffnung aufzugeben, meinen alten Foto wieder zu bekommen… Danach kam Laura zu mir und wir sind mit meiner ganzen Familie in „la Piojera“ (piojo = Laus)  gegangen. Der Legende nach ist einmal ein  Präsident Chiles dorthin eingeladen worden und hat sich dann brüskiert, was für eine „piojera“ das denn sei. Daraufhin wurde der Name geändert und mittlerweile ist es eine richtige Institution. Dort findet man vom Touristen bis zum richtigen Gammler alles =) Wir haben natürlich die Spezialität des Hauses getrunken: Teremote (= Erdbeben). Das ist so was Ähnliches wie Apfelwein mit Ananaseis. Sehr lecker und wirklich gefährtlich =) Alle am Tisch waren nach einem Glas angetrunken und so wurde es ein sehr lustiger Abend. Laura hat zum Beispiel einen Kerzenständer, der ungefähr 1,30 m hoch ist geschenkt bekommen. Sehr praktisch im Flieger nach Hause ; ) Anschließend sind wir noch in eine Bar, dann aber nicht sooo spät nach Hause, weil wir am Sonntag früh aufstehen mussten.

Denn sonntags sind Mailén und ich mit Seba und dem Vater der beiden zum Motocross-fahren gefahren. Es war recht lustig im Auto, denn der Vater ist gefahren und wir drei saßen hinten auf dem Boden mit dem Motorrad zwischen uns. Dort wo die Motocrossstrecke war, wars mal smogfrei, was ganz schön war. Aber nach einer Weile hab ich mich heimlich gefragt, was für ein bescheuerter Sport Motocross-Fahren ist. Aber wem´s Spaß macht… =) Wieder in Santiago hieß es Koffer-Packen und Verabschieden und ich war wirklich traurig, all die Leute, die ich dort kennen gelernt hab, wieder zu verlassen…

Montag morgens nach einer herzlichen Verabschiedung bin ich mim Taxi zum Bus gefahren und habe den restlichen Tag im Bus verbracht – voller Ängste und Gedanken, was mich am Ziel der Fahrt erwarten würde…

Abends kam ich in Temuco an und wurde von meiner Gastmutter und ihrem Bruder abgeholt. Die beiden sind wirklich nett. Dann sind wir im Haus angekommen, dass leider total am Stadtrand liegt. Dort erwarteten mich meine Gastgeschwister Rommel, Carola und José und mein Gastvater, der eigentlich nie spricht. Die Familie ist das krasse Gegenteil zu der Familie in Sanitago. Sie sind zwar alle nett, aber nicht sooo das Party-Haus wie in Santiago. Rommel ist 32 und hat schon ein Kind. Carola ist 22, wirkt aber wie 14 und ist den ganzen Tag zu Hause, weil sie irgendwie krank ist. José ist 17. Das Haus sieht zwar von außen ziemlich fertig aus, aber immerhin gibt es immer warmes Wasser und ich habe mein eigenes Zimmer mit W-Lan, was aber im Moment noch nicht funktioniert, weswegen ich meinen Computer in Josés Zimmer mit dem i-net verbinden muss. Die Woche ist hier in Chile aber auch Ausnahmezustand, da hier der Nationalfeiertag ordentlich gefeiert wird. Für mich sah dass so aus, dass wir am Mittwoch Nachmittag zu den Eltern meiner Gastmutter aufs Land gefahren sind und in deren Haus mit dem ganzen Rest der Familie gefeiert haben.

 

Wir haben Empanadas selber gemacht, Fleisch auf temuco-ische Art zubereitet gegessen, chilenische Folklore-Musik gehört und Wein, Bowle und Bier getrunken. Alles in allem war es ein netter Abend, aber leider nicht eine riesig ausgelassene Party, wie ich sie sicher in Santiago mit meiner anderen Familie gehabt hätte… Am nächsten Tag sind wir morgens auf ein Defile in der kleinen Stadt in der Nähe gegangen, was ein bisschen an einen Trachtenumzug erinnert hat. War mal interessant anzuschauen, vor allem weil ein paar wirklich interessant gekleidete Leute dort herumgelaufen sind.

Nachdem wir wieder mim Bus nach Hause gefahren sind, habe ich dort den ältesten Gastbruder mit Frau und Kindern kennengelernt und wir haben wieder Empanadas gemacht, die ich langsam schon nicht mehr sehen kann =) Danach sind wir in dem Auto des Bruders meiner Gastmutter auf eine „Ramada“, eine große Feier gefahren, ein bisschen ähnlich unseres Volksfestes aber ohne Achterbahn u.ä. und ohne Biertische =) Das Auto ist super, muss man immer anschieben, damit es losfährt. Und das muss natürlich auch bei der Parkplatzsuche berücksichtigt werden =) Auf der Ramada haben wir Chicha getrunken und herumgesessen. Nicht so spannend, vor allem weil ich müde war.

Heute Morgen habe ich mal richtig ausgeschlafen. Es sind einfach so viele neue Eindrücke und außerdem ist es anstrengend sich bei jedem Gespräch total konzentrieren zu müssen, so dass ich mehr Schlaf benötige als zu Hause. Heute waren wir dann wieder nur zu Hause mit den ganzen Leuten und – wer hätte es gedacht? – haben Empanadas gemacht!

Ja, im Allgemeinen, kann ich über mein neues Zuhause auf Zeit sagen, dass es im Moment mir noch schwierig erscheint, wie ich zum Beispiel immer in die Stadt komme, Freunde kennen lerne usw. Aber ich bin optimistisch, dass ich, wenn ich am Montag dann mal in mein Projekt komme, wenn ich mir morgen mal die Innenstadt anschaue, mich hier akklimatisiere. Die Familie ist auf jeden Fall sehr nett, mir fehlts an nix und jetzt fängt die Herausforderung an, aus eigener Kraft neue Freunde zu finden und mir ein wirkliches Zuhause zu schaffen!

Bis dahin, drückt mir die Daumen! Ich denke viel an euch!

Abrazos! Lisa

Mal schauen, vielleicht klappt es auch mal, ein paar Fotos hochzuladen… Aber bei meinem technischen Talent… ; )

20.9.08 04:12


Hier noch eine kleine Erklärung zu den Fotos.

Auf dem ersten Bild sieht man links Mailén, meine Gastschwester in Santiago, daneben Daniela, eine der Chileninnen, die mit im Haus wohnen, daneben Panchi, Mailéns Freund und ganz rechts meine Gastmutter in Santiago Ana Maria.

Beim Empanadas-machen sehr ihr mich mit meiner neuen Gastmutter Rosa und meiner Gastschwester Carola!

Im Allgemeinen gehts mir hier eigentlich von Tag zu Tag besser. Ich lebe mich so langsam ein, auch wenn ich bis jetzt noch nichts superspannendes gemacht habe. Morgen geht das Arbeiten los, das heißt um 6 Uhr aufstehen... Das harte Leben geht weiter... Ach übrigens habe ich ab heute Internet in meinem Zimmer *yeah* Das heißt ich bin jetzt auch öfters über Skype erreichbar (lisa.pflaum). Wahrscheinlich aber eher spät Abends, da ich ja erst nachmittags nach Hause komme und bei euch dann ja schon später Abend ist...

Ich vermisse euch alle! Trifft mal wieder zu, dass einem erst auffällt, was man für tolle Leute kennt und was man alles hat, wenn man weit weg ist =)

Lisa

22.9.08 02:40


Der Ernst des Lebens ging los...

Wird mal wieder Zeit, dass ich etwas von mir hören lasse, vor allem nach solch einer spannenden Woche.

Zunächst einmal erzähle ich ein bisschen über meine "Arbeit". Ich arbeite in einer kleinen Schule (1.-8. Klasse) mit 7 Lehrerinnen, ungefähr 90 Schülern und einem kleinen Kindergarten. Die Schule ist auf dem Land, so dass ich jeden Tag jeweils hin und zurück 1 Stunde und 20 Minuten fahren muss. Das ist natürlich blöd, andererseits ist es nicht so schlimm. Die Zeit im Bus geht schnell rum und der Busfahrerbegleiter ist sehr lustig, sodass immer ein paar nette Worte gewechselt werden. Was allerdings wirklich hart ist, ist dass ich um halb 7 schon aufstehen muss... Bevor es in der Schule mit dem Unterricht losgeht, trinken wir immer erst einen Kaffee oder einen Tee zusammen. Dann gehe ich mit der Englischlehrerin in den Unterricht mit und versuche, ein kleines bisschen die Aussprache zu verbessern. Wobei verbessern eigentlich das falsche Wort ist, da die Schüler nie Englisch sprechen und eigentlich auch keine einzige Vokabel können. Das ist dann meistens so "Ich lese vor und ihr sprecht mir nach"... Hört sich jetzt sicher sehr schlimm an, macht aber Spaß, da die Kinder super nett sind. Ich merke, dass es ihnen Spaß macht und dass sich die meisten auch wirklich anstrengen. Es ist sowieso total goldig: jeden Morgen wenn ich mit dem Bus ankomme, werde ich von vlt. 30 Kindern mit Wangenkuss begrüßt oder mir wird über den ganzen Hof "Hola, tia Lisa" zugerufen =) Und ich werde gefragt, wann ich denn mal wieder in ihre Klasse komme. Oder ob ich verheiratet bin. Oder warum ich nur einen Nachname habe. Oder... Da es aber nicht durchgehend Englisch-Unterricht gibt, bin ich die anderen Stunden mit in den Unterricht von irgendeiner Lehrerin gegangen. Oder ab und an helfe ich der Direktorin am Computer, Schreibarbeit.... Ab dieser Woche gebe ich auch Flötenunterricht =) Ist das nicht toll? Das wird sicher sehr lustig... Um halb 1 esse ich dann jeden Tag mit den Lehrerinnen zu Mittag und ihr könnt alle stolz auf mich sein, was ICH alles esse... So kennt ihr mich gar nicht. Heute zum Beispiel gab es was ganz tolles. Ich weiß nicht mal wie es heißt. Sie haben mir es so erklärt: der magen von einem großen Tier (Schwein oder Rind, denke ich) wird gaaanz gut gewaschen mit was weiß ich was, dannn wird er kleingeschnitten und dann kann man das mit ganz vielem verschiedenen essen. Bei uns gab es das in einer Suppe mit Kartoffeln, Reis und bisschen Kürbis. Muuuuuy rica! War aber gar nicht soooo schlimm. Auf die Frage, ob es mir schmeckt, habe ich geantwortet: Si, pero no es mi comida favorita! Ich hoffe, dass es das sobald nicht wieder gibt... Nach dem Essen ist dann wieder Unterricht. ich allerdings bleibe nur bis halb 3, dann fahre ich mit dem Bus zurück in die Stadt. Meistens gehe ich dann noch ins Zentrum oder so... War ja erst ein paar Mal arbeiten, da ich letzte Woche auch noch einen Tag krank war. Gaaanz fieser Schnupfen und Kopfweh. Das Kopfweh ist wieder weg aber der Schnupfen ist hartnäckig. Am Freitag hat mir die eine Lehrerin so Kräuter mitgebracht ("tilo" was auch immer das auf deutsch heißt), von dem ich mir einen Tee mit Zitrone machen sollte. Hat gut geschmeckt, leider aber wenig geholfen...

Jaa, so komme ich auch schon zum Wochenende... Am Samstag nach dem Frühstück (also so gegen 1 Uhr) habe ich mich auf die Weg gemacht, um die Zutaten für eine Krümeltorte zu kaufen, die ich anlässlich meines Geburtstags machen wollte. Es war eigentlich auch alles kein Problem, da ich in einem "Jumbo" war. DAs ist ein riesiger Supermarkt mit deutscher Abteilung =) da war sogar eine extra Verkäuferin mit Kleidung in Schwarz-rot-gold... Dadurch war es einfach an Sahnesteif, Tortenguss und ähnliches zu kommen. Das einzige Problem war, dass es keine "avellanas molidas" = gemahlenen haselnüsse gibt. Okay, dachte ich, dann halt Mandeln. Die habe ich auch gleich gefunden, allerdings nicht gemahlen. Deswegen bin ich extra nochmal ins Zentrum gefahren, nur um den ganzen Weg dann zu Fuß (!) zurückzulaufen und im Supermarkt in der Nähe des Jumbos Mandeln zu kaufen, die mein ältester Gastbruder dann alle mit so einem Steinmörser mit reiner Muskelkraft gemahlen hat... Die Torte ist letztlich dann auch recht gut geworden, in der Sahne hat vlt. ein bisschen  Zucker gefehlt, aber hier waren trotzdem alle begeistert.... Samstagabend, der ja meine kleine Geburtstagsfeier darstellen sollte, ging dann so von statten dass wir mit der ganzen Familie so eine Fleischpfanne gegessen haben. War auch sehr lecker und lustig. Dazu gabs chilenischen Wein und als Dessert - zum Mate =) - gabs die Torte. Doch leider sind schon vor 12 einige ins Bett, andere noch auf einen anderen Geburtstag, sodass wir dann zu 5 oder so einen Film geschaut haben, bei dem fast jeder eingeschlafen ist. Um 12 ist dann nichts spannendes passiert und ich war ein bisschen traurig. Was mich ein bisschen aufgeheitert hat, war das Geburtstagsgeschenk von Laura, das sie mir schon in Santiago gegeben hat, was ich aber erst jetzt aufpacken durfte. Es war eine wunderschöne Schmincktasche, die ich mir fast gekauft hätte, wofür mir aber in dem Moment das Geld gefehlt hat. Süß, nicht? Am nächsten Morgen wurde ich liebevoll von einem Anruf von Oma und Ute geweckt, allerdings schon um 6 Uhr... Später beim Frühstück hat mir meine Gastmutter noch ein kleines Geschenk gemacht, nämlich einen lilanen Schal, was mich sehr gefreut hat. Danach fing meine Korrespondenz mit der Heimat an. Ich habe gaaaanz viele Mails erhalten, auf die ich geantwortet habe, habe mit Brüderchen, mit Mama und Papa und mit Felix ewig geskypt und mit Lena und laura telefoniert. Ich habe mich soooo gefreut, dass soooo viele Menschen auf der anderen Erdhalbkugel an mich gedacht haben und sich - wie meine Mädels und speziell die Lena - soooo viel Mühe gegeben haben, mich zu erreichen.... So ging der Tag auch ziemlich schnell vorbei. Unterbrochen wurde er von einem weitern Geburtstagsessen - selbstgemachter "Chorillana". Das sind Papas fritas - selbst gemacht-, darüber so Fleisch, wie Geschnetzeltes bloß ohne Soße und dann noch Spiegel- oder Rührei drüber... War lecker und ziemlich ungesund =) es gab aber auch Salat dazu, was die Sache wieder ein bisschen verbessert hat...  

Heute morgen habe ich dann mein - bis jetzt =) - schönstes Geburtstagsgeschenk erhalten: als ich in die Schule kam haben mir die lehrerinnen natürlich erstmal gratuliert und das hat mich schon gefreut. Doch dann hat die eine Lehrerin gemeint, dass die 5. und 6. Klasse (die sind zusammen in einem Raum) mir ein kleinen Geburtstagstee machen wollen. Da musste ich warten, bis ich geholt wurde. Als ich dann in den Raum kam, hatten sie die Tische alle zu einer riesen Tafel aufgereiht, auf jedem Platz stand ein Teller mit Keksen, Chips, Kuchen, dazu Kaffee oder Tee und auf meinem Platz stand noch ein Geschenk und eine Karte auf der alle unterschrieben hatten. Ich hab mich so gefreut! sie haben dann natürlich noch für mich gesungen (Happy Birthday auf Spanisch UND auf Englisch), haben mich alle umarmt und gedrückt und dann haben wir Reise-nach-Jerusalem gespielt und dann draußen Fußball und Fangen. Ach, natürlich habe ich auch mein Geschenk aufgemacht. Es ist eine kleine typische Trommel, wo auf dem Leder ein Bild eingeritzt ist und drauf steht "Región de la Araucania, Chile, Recuerdo de Temuco.  Con carino en tu cumpleanos. 5 y 6 Esc. El Tesoco". ich kann gar nicht sagen, wie toll das war, vor allem weil ich es wirklich nicht erwartet habe....

Heute Nachmittag war ich mit Laura und ihrer Gastoma, die gerade beide in Temuco zu besuch sind, Kaffee trinken. Jetzt bin ich zu Hause, es gibt gleich essen und deswegen muss ich jetzt mal aufhören! Fühlt euch umarmt! Fotos folgen vlt später, wenn ich nicht zu müde bin!

Lisa (die jetzt schon 20 ist und gar nicht mehr älter werden will...)

30.9.08 01:33


Mein Haus...

Mein Garten...

 

Mein Zimmer...

Meine Torte...

Meine Geschenke...

Meine Partyveranstalter...

Mein Schutzengel...

 

30.9.08 03:56





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