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Wieder "zuhause"!

So komisch es klingt, aber ich bin wieder Zuhause. Gestern morgen bin ich nach einer verfrorenen Busfahrt wieder in Temuco angekommen. (Verfroren klingt vielleicht auch komisch, da hier ja - nicht wie bei euch - tagsüber mehr als 30°C sind, aber ich bin mit einem Billigbusunternehmen gefahren, das aber nicht schlecht ist, genug Platz und neuer Bus und das für weniger als 10 Euro für 9 Stunden Fahrt, aber das Blöde war, dass ich Held meinen Pulli im Rucksack gelassen habe, der unten im Bus war, und es in dem Billigbus keine Decken zum Zudecken gab, wie normalerweise immer. Also habe ich mit T-Shirt und Flipflops ganz schön gefroren... ja, das war jetzt sehr interessant, wieso man im Bus manchmal friert... jetzt komme ich zu ein paar Nebensächlichkeiten wie Silvester und der Rest von unserer Reise...

 Silvester haben wir - wie schon geschrieben - in Valparaiso verbracht. Vor 12 haben wir mit Laura, Lauras Freund und dessen Familie auf großen Steinen direkt am Meer gesessen, zu Abend gegessen, getrunken, gequatscht und gewartet. Auf was gewartet? - auf das längste Feuerwerk der Welt! 23 km lang, von Schiffen abgeschossen... Es war wirklich wunderschön, im Hintergrund die ganzen Lichter der Stadt, die den Berg hochzukriechen scheint. Wow! Ihr müsst mal nach Valparaiso! Aber, um ehrlich zu bleiben, ich fand das Feuerwerk am 14. Juli in Paris beeindruckender, was ich natürlich keinem Chilenen sagen würde... Nach dem Feuerwerk sind wir - uns durch Million von Mensch durchkämpfend - in eine Disco gegangen, wo wir bis morgens gefeiert haben. Was hier ein ganz lustiges Detail ist, ist, dass Fabian, als er eine kleine Tanzpause eingelegt hat, von einem anderen Mann angemacht wurde, was ihm nicht so geheuer war und er deswegen schnell wieder zurück zu uns kam =)

An Neujahr war die ganze Stadt in Katerstimmung, d.h. Geschäfte zu, viele Betrunkene auf der Straße und sonst nichts los. Also sind wir nachmittags an Strand gegangen. Da haben wirs aber nur 1 Stündchen oder so ausgehalten, da zum einen so viel los war und zum anderen die Sonne so stark geschienen hat und es einfach zu heiß war. Abends sind wir mit Laura und Sebastian in Vina del Mar Pizza essen gegangen und da habe ich auch entschieden, dass ich mich am 26. Januar mit den Beiden in Buenos Aires treffen werde. Ich freu mich schon =)

Am nächsten Tag sind wir recht früh zu dritt (Fabian, Laura und ich) nach Isla Negra gefahren, um das dritte Haus von Pablo Neruda anzuschauen. Das Haus ist einfach der Wahnsinn. Nicht, dass es sehr groß und luxuriös ist, aber es liegt direkt am Meer, von fast jedem Zimmer kann man auf den tosenden Pazifik schauen und dort hat er den größten Teil seiner Sammlungen untergebracht. Wen´s interessiert, der kann hier http://www.fundacionneruda.org/ ja mal vorbeischauen... Danach haben wir noch ein paar Stunden am Meer mit Lesen und Füße-ins-eiskalte-Wasser-strecken verbracht, wobei wir uns alle ordentlich verbrannt haben und das ohne Sonne! Danach war Rucksack-Tragen für mich die Hölle und jetzt habe ich ein permanentes Muskelshirt an... =)

Die Nacht über sind wir zu zweit weiter nach La Serena gefahren und von dort aus gleich nach Pisco Elqui im Valle de Elqui. Das ist ein kleines, sedas in einer Art Oase in einem Tal liegt und von kaum bewachsenen Bäumen umgeben ist. Zur Größe des Ortes ist zu sagen, dass der so klein ist, dass es dort keinen Bankautomat gibt, was wir natürlich nicht wussten und quasi ohne Pesos dort ankamen. Letztlich haben wir uns aber mit ein paar Dollars und mit Hilfe eines Geschäftes, wo man mit Kreditkarte bezahlen konnte und quasi Geld für 10% des Geldes "kaufen" konnte. Das nächste Mal, wenn ich in einen kleinen Ort fahre, nehme ich Geld mit, das ist sicher! =) In Pisco haben wir in einem super Hostal übernachtet mit tollem Garten mit Hängematten und Bäumen, von denen man Feigen, Mirabellen und Kirschen direkt essen konnte, gewohnt. Deswegen haben wir auch dort recht viel Zeit verbracht. Aber natürlich haben wir auch noch andere Sachen unternommen: am ersten Tag waren wir am Fluss unten, haben dort gelesen und entspannt, am zweiten Tag haben wir eine Cabalgata (= Tour zu Pferde) über Berge, durch total zugewachsenes Flussufer und durch Weinfelder gemacht. Eigentlich werden die Trauben von dort aber nicht für Wein verwendet, sondern für Pisco, der Nationalschnaps Chiles, von dem Pisco auch seinen Namen hat, oder aber sie werden in die USA und nach Europa verschickt, dass wir zu Weihnachten leckere Träubchen essen können... In der Nacht haben wir noch den Mond und die Sterne angeschaut. Dazu kam ein recht alternativer Typ mit seinem Theleskop ins Hostal, hat uns bisschen was erklärt, am Computer Bilder gezeigt und uns natürlich durch das Theleskop den Mond, Nebulas und anderen Sternekram anschauen lassen. Den Himmel bei Nacht mal von so Nahem zu sehen war wunderschön.

Nach 2 Tagen in dieser Idylle gings über Nacht in die Großstadt Santiago, denn wer Santiago nicht kennt, kennt Chile nicht. Also musste Fabian bei über 30°C mit mir eine kleine Stadtführung durchmachen - und das alles zu Fuß, da man da ja am meisten sieht! Also gings schon morgens um 9 Uhr (wir kamen so früh in Santiago an und konnten noch nicht im Hostal einchecken) zu La Moneda, dem Regierungspalast, der Plaza de Armas, dem Cerro Santa Lucia und nach Bellas Artes. Dort haben wir uns ein zweites Frühstück bzw. Mittagessen gegönnt bevor wir zurück ins Hostal gewatschelt sind. Dort haben wir erstmal ein wenig am Pool entspannt, Das ist schon lustig, im Hostal waren Traveller, die die ganze Zeit im Hostal gechillt haben und nicht, aber wirklich nichts, in Santiago angeschaut haben. So lohnt sich reisen... Danach haben wir noch einen Abstecher nach Bellavista gemacht und uns dann um unsere Reisekasse zu schonen mal wieder Nudeln gekocht. Abends sind wir in mein altes Zuhause in Santiago gegangen, dass gerade 2 Straßen weiter war. Leider waren mein Gastbruder und der andere Deutsche, der im Haus wohnt, gerade auf dem Sprung, da sie für 3 Tage auf eine "Exkursion" gegangen sind. Also saßen wir nur mit meiner Gastschwester herum, haben gequatscht und ein Bierchen getrunden. Anschließen sind wir noch in eine Bar und das Gespräch auf Spanisch über alte Zeiten ging weiter - armer Fabian, der hat nichts verstanden... =)

Am nächsten Morgen hieß es auch schon Abschied nehmen. Ich habe Fabian zum Busterminal gebracht, wir haben uns verabschiedet und in dem Moment wäre ich am liebsten mit in den Flughafenbus gestiegen... Aber nichts da! Ich habe dann gleich mein Ticket nach Buenos Aires und nach Temuco gekauft. Zum Mittagessen war ich bei meiner alten GAstfamilie eingeladen. Danach bin ich mit Mailén in der Stadt herumgeschlendert. Wir haben bei ihrem Freund vorbeigeschaut, der uns Pina Colada mit selbstgemachtem Ananassaft gemixt hat und zum Abschluss sind wir noch mit dem Freund und dessen Bruder eine Chorillana essen gegangen. Dann ab zum Busterminal, noch schnell Zähneputzen und ab in Bus nach Temuco...

jetzt bin ich also wieder hier, am Montag gehe ich wieder ins Kinderheim. Doch das Wochenende steht schon die nächste kleine Reise an, denn wir fahren mit der ganzen Familie zu einer goldenen Hochzeit aufs Land, ungefähr 4 STunden von hier. Die ganze Familie ist schon am Packen wie die Weltmeister, da wir dort zelten werden und lauter Zeug mitnehmen müssen. Ich bin ganz entspannt und freue mich auf die riesen Familienfeier (ungefähr 90 Personen, denen ich allen meine Geschichte erzählen darf *g*). Hoffentlich wirds unterhaltsam und eines ist sicher: verhungern werden wir nicht...

In diesem Sinne: haut rein =)

eure Lisa

9.1.09 03:20
 


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