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Bodas de Oro

Ihr fragt euch jetzt wahrscheinlich, was die komische Überschrift, denn bedeutet!? Nun, nicht mehr als "Goldenen Hochzeit", was aber ein bisschen Zeit gebraucht hat, bis ich das herausgefunden habe... Warum "Goldene Hochzeit"? Genau! Ich war am Wochenende mit meiner Gastfamilie auf einer goldenen Hochzeit der Schwester der Oma. Es waren ungefähr 80 Leute da und alles pure Familie! Alles Cousinen, Onkel, Tanten, Nichten, Enkel.... Unglaublich! Die Hochzeit fand etwa 4 Stunden von Temuco entfernt auf dem Land statt. "Auf dem Land" heißt "absolut weg vom Schuss", mitten in der Cordillera, den Anden, fast schon in Argentinien, zwischen hohen Bergen, ohne Nachbarn in der Nähe, ohne Nichts, aber mit einem wundervollen (und eiskalten!) Fluss nebendran, in einem Tal gelegen mit toller Aussicht, Hühnern, Schweinen und Schafen, die einfach auf der Feier herumgelaufen sind. Wir haben alle dort gezeltet und ich hatte die "Ehre" mit meiner Gastmutter und der Gastschwester in einem kleinen Zelt zu schlafen. *yeah* Naja, die 2 Nächte habe ich überstanden =) Die Zeit haben wir mit Baden im Fluss, mit Fleisch-Essen, mit Cumbia-Tanzen, mit Bier-und-Wein-Trinken und mit In-der-Schlange-vor-dem-einzigen-Bad-Warten verbracht. Es war wirklich toll, so ein richtiges chilenisches, ländliches großes Fest mitzuerleben. Ich wurde von allen total herzlich willkommen geheißen und habe es genossen, die 2 Tage fern von der Stadt zu sein.

Da meine Mama sich beschwert hat, dass es sich in meinem Blog  so anhört, als wäre immer alles Friede-Freude-Eierkuchen, was leider nicht zu 100% zutrifft. Von daher mal ein kleines Geschichtchen, was mir am Sonntag ziemlich die Stimmung verdorben hat. Es ging darum wie wir alle zurück nach Temuco kommen. Auf der Hinfahrt war es so, dass meine Gastmutter und meine Gastschwester beim Onkel im Auto mitgefahren sind und der Rest mim Bus gefahren ist, so auch ich, was mir ja nichts ausmacht, wenn die Anderen auch Bus fahren. Sonntag Mittags hat meine Gastmutter entschieden, bis Montag zu bleiben. Daraufhin sind meine Gastschwester und mein jüngerer Gastbruder beim Onkel mitgefahren. Meine Gastmutter hat dann für meinen über 30 Jahra alten Gastbruder mit Freundin und Kind und für die Exfrau ihres ältesten Sohnes eine (kostenlose) Mitfahrgelegenheit organisiert und ich sollte als Einzige nur bis nach Villarica mitgenommen werden und von da aus dann mit dem bus zurück nach Temuco fahren. Sie meinte, das würde mir doch sicher nichts ausmachen, alleine mim Bus zu fahren, da ich es ja schon gewöhnt sei, hauptsache ich komme irgendwie heim. In dem Moment ist mir wirklich der Mund offen stehen geblieben! Und ich konnte nicht mal erwidern, was das denn jetzt soll, da ich so perplex und enttäuscht war von ihr und von der ganzen Familie, dass ich, hätte ich auch nur versucht zu sprechen, sofort angefangen hätte zu weinen... Letztlich hat ein Onkel angeboten mich im Auto mitzunehmen. Das Auto war zwar schon voll, aber es war so ein Auto mit überdachter ladefläche und da war es dann egal, ob sie sich zu 11. oder zu 12. reinquetschen...

Wieder zurück in Temuco, arbeite ich wieder im Kinderheim, was zur Zeit richtig Spaß macht. Mir sind die Mädels schon ein bisschen ans Herz gewachsen in der kurzen Zeit und es ist schade, dass ich nur noch so kurz da bin. Die Woche waren wir einen Nachmittag im Schwimmbad, haben Obstsalat gemacht, gestern war ich mit 3 älteren Mädels Nachmittags auf einer Plaza und dann ein Eis essen, heute machen wir Perlenarmbändchen... Doch auch hier ist nicht alles purer Sonnenschein. Da alle meine Freunde entweder in ihr Land zurück sind bzw. in der Stadt sind, wo ihre Eltern wohnen, bin ich so ziemlich alleine hier. Es ist nicht so, dass ich abends und morgens vor dem Arbeiten nichts mit mir anzufangen wüsste, aber es fehlt mir einfach jemand zum quatschen, zum treffen, zum nicht-alleine-sein... Ich weiß, es sind jetzt noch weniger als 2 Wochen, bis ich mich mit Laura und ihrem Freund in Buenos Aires treffe, und die Zeit kann ich ja auch noch ein bisschen mehr mit der Familie verbringen, aber trotzdem... Heute treffe ich mit mit ein paar Typen vom Volleyball, nachdem ich gestern meinen ganzen Mut zusammen genommen habe und den einen einfach mal angerufen habe, obwohl ich eigentlich schon länger keinen Kontakt mehr mit den ganzen gehabt habe. Am Samstag fahre ich wahrscheinlich mit Gastmutter und Gastschwester im Bus (diesmal alle =) ) nach Cunco aufs Land zu den Großeltern um Humitas (geriebener Mais, mit Zwiebeln und Knoblauch, in die Maisblätter eingewickelt) zu machen. Da das was ganz typisches für Chile und für die SAison ist, gehe ich mit. Will ja schließlich ein bisschen was von der chilensichen (Ess-) Kultur mitnehmen =) Ansonsten kann ich mir langsam schon mal Gedanken übers Koffer-Packen machen. Das wird ein Spaß! =)

So, eben hat mein Wecker geklingelt. War heute nämlich mal so früh wach und konnte nicht mehr schlafen, dass ich gaaanz früh den Computer angemacht habe. Jetzt muss ich aber aufstehen!

Küsschen an alle!

15.1.09 12:46
 


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