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Lagebericht

Wo habe ich das letzte Mal aufgehoert? Ah, Salta...

In Salta habe ich nicht viel spannendes unternommen, da ich sozusagen nur auf der Durchreise war. Ich war in 2 verschiedenen Museen, eines ueber Mumien, die in der Region gefunden wurden, die aussehen, als wuerden sie nur schlafen... recht gruselig... Abends gab es im HOstal kostenlos Empanadas, was man ich natuerlich nicht entgehen lassen kann =) Anschliessend ist eine ganz grosse Gruppe in eine Disco. Von daher war der Samstag dann auch recht ruhig... =) Bin ein bisschen in der Stadt herumgelaufen, habe DVD geschaut... Ueber Nacht stand mal wieder eine Busfahrt an und zwar nach La Quiaca an der bolivianischen Grenze. Im Bus haben Leanne und ich 3 weiter Englaender kennengelernt (Rina, Simon und James), mit denen wir dann weitergereist sind. Zuerst mussten wir mit unseren Rucksaecken 20 Minuten zur eigentlichen Grenze laufen. Ihr denkt euch jetzt, "20 Minuten, kein Problem", doch auf ueber 3000 m ist das schon ganz schoen anstrengend. Letztlich sind wir dann in Bolivia angekommen, was wie eine andere Welt ist. Die Frauen laufen in traditioneller Kleidung herum, die Strassen sind nicht asphaltiert, ueberall an der Strasse kann man was kaufen, es gibt keine modernen Geschaefte.... Im Busterminal geht es zu wie auf einem Viehmarkt. Dort haben wir dann noch einen Australier (Marcus) und 2 Iren (Dominic und Neil) kennengelernt und sind zusammen im Bus gefahren. Die Busfahrt war weniger schoen, da die STrassen vom Regen ausgewaschen waren, dann mal wieder total staubig waren, der Bus hat besorgniserregend geschaukelt.... Nach 4 Stunden sind wir in Tupiza angekommen, wo wir nach dem Einchecken erstmal was essen gegangen sind, alle zusammen in ein italienisches Restaurang =) Danach haben wir eine 4-Tagestour gebucht, die am naechsten Tag frueh beginnen sollte. Den restlichen Tag habe ich mit Schlafen und An-die-Hoehe-Anpassen verbracht...

Fuer die Tour war ich mit Leanne, Rina und Simon in einem Jeep. Ausserdem natuerlich unser Fahrer und Guide Santos und unsere Koechin Celia. Am ersten TAg ging es von 2980m auf 4200m hoch, vorbei an krassen Felsformationen, bunten Bergen, vielen Lamas und immer auf kleinen Wegen, schoen schaukelnd... Allen wurde ein wenig schlecht, da wir die Hoehe und das viele Schaukeln nicht gewoehnt sind. Zuerst hat uns Santos Koka-Blaetter zum Kauen gegeben, was ein bisschen geholfen hat. Doch spaeter wurde es einfach zu viel fuer mich, sodass ich an irgendwelchen Hoehenkraeutern schnueffeln sollte, um mich dann zu uebergeben. Danach gings mir wirklch wieder viel besser und wir haben gut unsere erste Unterkunft, die doch sehr einfach war, erreicht. Unsere Koechinnen (der andere Jeep mit Neil, James, Dominic und Marcus war immer mit dabei) haben ein wirklich leckeres Abendessen gezaubert und nach einem Koka-Tee sind alle ins Bettchen. Die Nacht hat sich dann als weniger schoen herausgestellt, da wir fast alle mitten in der Nacht aufgewacht sind, da das Atmen so super schwer gefallen ist und wir durch den sauerstoffmangel Kopfweh hatten. Um 5 Uhr hiess es dann aber schon Aufstehen und die Tour ging weiter. Ich war total ueberrascht, dass mir weder schlecht wurde, noch das Kopfweh zurueckkam. Der Tag war eindeutig am anstrengendsten, abe auch am beeindruckendsten. Zuerst kamen wir durch ein verlassenes Silber- und Goldminenoertchen, dann sind wir auf 4885m hochgefahren, um von dort die atemberaubende Sicht auf eine Laguna und viele Berge zu geniessen. Das krasse war, dass dort Schnee lag (Sommer!) und fast nichts mehr gewachsen ist. Der naechste Stop war bei den Termas (heissen Quellen) wo wir ein angenehm warmes Bad genommen haben - natuerlich mit Aussicht auf die Cordillera - und dann lecker zu Mittag gegessen haben. Anschliessend sind wir durch die Wueste "Desierto de Dalí", wo es angefangen hat zu schneien (Schnee in der Wueste *haeh?*) zur Laguna Verde gefahren, von wo aus man nur ueber einen Berg gehen muesste, um nach Chile zu kommen =) Das letzte Highlight des Tages waren Geysire - kochendes, nach Schwefel stinkendes Wasser im Boden =). Leider konnten wir die nur kurz bewundern, da es ziemlich stark geschneit hat. Dann ging es in die naechste Unterkunft. Hier muss ich leider sagen, dass die Haelfte unseres Teams entweder mit Hoehenkrankheit oder mit Magenproblemen im Bettchen lag... Der naechste Morgen ging wieder mit Kopfschmerzen los, diesmal aber richtig stark... Deswegen habe ich mir sogar frische Pfannkuchen mit BAnane und Dulce de léche entgehen lassen, was schon was heissen muss... =) Kurz danach wurde es aber schon besser und ich konnte die Laguna Colorade geniessen. Die Laguna Colorada ist ein See, der auf Grund von Microorganismen rot ist, in dem sich die Berge spiegeln und in dem gaaanz viele Flamingos leben. Wunderschoen! Den restlichen Tag ueber ging es vorbei an ganz vielen verschieden Seen, an einem "Baum aus Stein", durch die Wueste, zwischendurch hat es -natuerlich genau in dem Moment, wo wir 15 min laufen mussten, weil der Weg so schlecht war - gehagelt. 2 MInuten spaeter hat wieder die Sonne geschienen. Verrueckt =) Nachmittags sind wir an der naechsten Unterkunft angekommen, die direkt am Rand des Salar de Uyuni - dem riesigen Salzsee - lag. Von daher war die Hospedaje auch aus Salz gebaut - die Waende, die Betten, die Tische, die Baenke. Cool, nicht? Hier hatten wir sogar mal die moeglichkeit zu duschen - sogar warme Duschen fuer nur 5 Bolivianos =) Am naechsten Morgen hiess es super frueh aufstehen, da wir den Sonnenaufgang vom Salar aus anschauen wollten. Wir hatten das Pech, dass es ziemlich bewoelkt war, wodurch der Sonnenaufgang nicht so beeindruckend war. Fruehstueck gab es spaeter auf der "Isla del Pescado", einer Insel in diesem Salzmeer, auf der unendlich viele Kakteen wachsen und die zum groessten TEil aus Korallgestein besteht (frueher war dort, wo jetzt der Salar ist mal Meer). Nach weiterer Fahrt durch diese krasse Landschaft gab es einen laengeren STop um gaanz viele Fotos zu machen. Die Landschaft dort wirkt wie von einem anderen Planeten, alles weiss, keine Erhebungen und es scheint endlos so weiterzugehen. Nach einem letzten Mittagessen in einem Dort, wo man Artesania kaufen konnte (es waere nicht Suedamerika, wenn man nicht die Moeglichkeit haette, krimskrams zu kaufen...) kamen wir in Uyuni an, wo wir nach einem Run zum Geldautomat (keiner hatte Geld um die Tour vorher zu bezahlen) in ein billiges HOtel eingechekt sind. Den Nachmittag haben wir damit verbracht Zugtickets zu kaufen, was kein leichtes Unterfangen war. Erst mussten wir schoen in einer Reihe warten, bis die Verkaufsstelle ueberhaupt aufgemacht hat. Als die Tuer geoeffnet wurde, sind alle zum ZEttelabreisser gerannt - natuerlich ohne Beachtung der Reihenfolge und eine Bolivianerin hat mir sogar meinen halben ZEttel aus der Hand gerissen. Nach weiterem Warten kamen wir endlich an die Reihe und ich habe fuer 13 Leute Zugtickets gekauft, obwohl man eigentlich nur 2 pro Person kaufen kann. Als der Tacker vom Verkaeufer dann nicht mehr funktioniert hat, habe ich meinen Kleber ausgepackt und eigenhaendig die Tickets zusammengeklebt =) Danach war ich der Star =) Abends waren alle zusammen essen. Ich habe Lama-Steak probiert. Ich glaube, das wuerde wirklich richtig gut schmecken, leider war es in dem Restaurant nicht gut zubereitet, weswegen es ziemlich langweilig geschmeckt hat. Danach waren wir noch in der "Extreme Fun"-Bar um ein paar Cocktails zu schluerfen und dann muede und gluecklich ins Bettchen zufallen. Freitag habe ich mit herumhaengen verbracht, da der Zug erst um 12 Uhr nachts gefahren ist. Die Zugfahrt war richtig angenehm (okay, wir waren auch in erster Klasse... =) ) und so sind wir morgens um 7 in Oruro angekommen. 3 Irinnen, 1 Englaender und ich sind dann einen halben Tag in Oruro geblieben, weil dort der groesste Carneval Boliviens genau an diesem Tag stattgefunden hat. Eigentlich waere ich gerne laenger geblieben, aber es war unmoeglich eine Unterkunft zu finden... So haben wir nur fuer ein paar Stunden dem riesigen Umzug zugeschaut. Alle im Umzug hatten praechtige Kostueme an, sind herumgesprungen und haben getanzt. Der Umzug hat uebrigens um halb 8 morgens angefangen und sollte angeblich bis um 5 Uhr morgens dauern... Wow! Ich habe dann aber nachmittags einen Bus nach La Paz genommen und bin gegen 7 in dem HOtel angekommen, wo die anderen schon eingecheckt hatten. Das Hotel ist eigentlich fuer bolivianische Verhaeltnisse ziemlich luxurioes, kostet aber trotzdem nur 8 Euro, weswegen ich mir das mal fuer 2 Tage goennen kann - vor allem nach den 4 Tagen ohne Duschen und ohne jeglichen Komfort =) Abends waren wir dann wie immer alle zusammen Essen, diesmal Thailaendisch, was richtig lecker war. Ich bin danach zurueck ins Hotel, weil ich mal ein bisschen alleine sein wollte und auch muede war.

Jetzt schreibe ich gerade den Blog-Eintrag und danch werden wir uns alle in den Carneval in La Paz stuerzen. Die Maenner sind schon mit riesigen Wasserpistolen und Spruehschaum bewaffnet, da Wasserschlachten hier Tradition sind zu Carneval und Gringos wie wir bevorzugte Ziele sind =)

So, das war jetzt aber viel und detailgenau... Jetzt koennte ich erstmal wieder schlafen. Hier auf ca. 3600m ist alles so anstrengend =)

Viele liebe Gruesse und bis bald!

22.2.09 17:06
 


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